Craft fair for beginners – Was man als Hobbykünstler wissen muss

Zum Schreiben dieses Beitrages habe ich mich entschlossen, da ich, als ich selbst nach diesem Thema gegoogelt habe, ernüchternd wenige Ergebnisse gefunden habe.

Aber nun habe ich Erfahrung gesammelt, die ich teilen möchte um das Internet um einen Ratschlag mehr zu bereichern.

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Jeder hat ja bekanntermaßen irgendein Hobby. Und das will man natürlich auch zeigen. Gerne würde ich täglich auf Instagram posten, wie weit ich in der App runtastic gelaufen bin und ganz stolz mein tolle Sportoutfit präsentieren. Nur leider habe ich weder Sportoutfits noch schaffe ich es, mehr als 2 Minuten ohne japsen und stolpern zu joggen.

Aber dafür kann ich basteln. Näh. Basteln klingt immer so nach Kindergarten. Nennen wir es kreatives Arbeiten. Aber Materialien für Basteleien kreatives Arbeiten sind oft recht teuer und es sammeln sich auch einige gebastelte kreativ gearbeitete Werke an.

Da bietet es sich natürlich an, diese zu verkaufen.

Eine tolle Möglichkeit dafür sind lokale Hobby- und Künstlerausstellungen. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Flohmarkt. Es wird eine Gebühr für den laufenden Meter verlangt und oft werden sogar Tische und Wände gestellt.

Als ich das erste Mal bei einer solchen Ausstellung mitgemacht habe, war ich anfangs etwas planlos. Was muss ich beachten? Wie viel kann ich für meine Sachen verlangen? Wie viele Sachen soll ich herstellen? Was wenn niemand etwas kauft?

Viele Tipps habe ich online nicht gefunden. Darum gibt es jetzt von mir eine kleine Liste, was man beachten sollte und was wichtig ist.

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Wie viel soll ich herstellen?

Ich stand am Anfang vor der großen Frage, wie viel ich von welchem Artikel brauche.

Man kann das ganz grob an folgenden Kriterien festmachen:

Preis

Postkarten für 1 € werden eher gekauft als Turnbeutel für 20 €.

Nützlichkeit

Schlüsselanhänger und Glasuntersetzer hat jeder. Je individueller und ausgefallener die Idee ist, desto eher findet sie Interessenten. Dabei sollte jedoch die Nützlichkeit und Alltagstauglichkeit nicht außer Acht geraten.

 

Wie viel kann ich dafür verlangen?

Bei der Preisfindung gibt es viele Formeln, an die man sich angeblich halten soll. Doch dafür muss man zunächst einmal wissen, was der Artikel in der Herstellung kostet. Darum ist es wichtig, Kassenzettel und Bestellscheine aufzubewahren, nicht zuletzt auch zu Buchhaltungszwecken.

Ich habe mich an folgender Formel orientiert:

Herstellerpreis x 3 = Verkaufspreis

Man muss dabei jedoch immer flexibel bleiben. Manche Materialien sind teurer, manche Materialien hat man eh schon zuhause und manche Materialien kosten vielleicht sogar gar nichts. Am Ende muss man sich immer fragen „Würde ich selbst so viel dafür bezahlen?“

Als Hobbykünstler ist die Preisfrage immer die schwierigste. Bestenfalls sind sich alle Besucher der Ausstellung vollkommen bewusst, wie viel Arbeit und Zeit dahintersteckt und sind durchaus bereit, für eine Kette 15 € zu bezahlen, obwohl man eine ähnliche im Laden für 5 € bekommt. Doch die Realität sieht leider in den seltensten Fällen so aus. Ich finde es erstrebenswert zumindest die Materialkosten auszugleichen, denn es ist und bleibt ja immer noch ein Hobby und nicht die Haupteinnahmequelle.

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Was muss ich zur Ausstellung alles mitnehmen?

Mal abgesehen von Tischen, die oft gestellt werden sind folgende Dinge unablässlich:

– Stühle

– Visitenkarten

– evtl. Quittungen und Bestellformulare

– Taschenrechner

– Block und Stifte für Notizen

– Wechselgeld (30-50 €)

Außerdem ist es schön, sich für ruhigere Zeiten eine Beschäftigung mitzunehmen, denn nichts wirkt unansprechender als ein Standbesitzer mit der Nase im Smartphone. Viel netter wirken Handarbeitstätigkeiten wie häkeln, stricken oder zeichen um sich zu beschäftigen.

Ich empfehle, sich einen Partner mitzunehmen, mit dem man sich unterhalten kann, der bei geschäftigen Zeiten mithilft, die Kunden zu bedienen und der auf den Stand aufpasst, wenn man mal eine Pause braucht.

Bezüglich Preis und Wechselgeld: Es ist sinnvoll, die Preise nicht an denen im Laden alà 6,99 € zu orientieren. Es gilt „Je krummer der Preis, desto mehr Wechselgeld brauche ich“. Am besten Preise wählen, die höchstens auf 0,50 € enden, so spart man die kleinen Münzen.

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Wie baue ich meinen Stand auf?

Je nach Örtlichkeit und Untergrund empfiehlt es sich, eine weiße Tischdecke oder hellen Stoff zum abdecken des Tisches mitzubringen. Ansonsten gilt es, Raum und Örtlichkeiten bestmöglich auszunutzen. Man kann z.B zwei Tische in L-Form stellen um Platz zu sparen und die Verkaufsfläche zu maximieren, auf die Tische kleine Regale bauen, um Raum zu schaffen, neben den Stand eine Schneiderpuppe und/ oder eine Kleiderstange stellen, um die Produkte besser zu präsentieren.

Je nach Artikelgröße kann man Produkte auf verschiedene Arten hervorheben.

Bei großen Artikeln ist es am besten, nur ein oder zwei Teile auf dem Tisch zu präsentieren und den Rest im Hintergrund oder vor dem Tisch zu platzieren. Bei kleinen Teilen bietet es sich an, ein oder zwei Teile aufwändig, evtl. noch mit Anwendungsbeispiel, in den Fokus zu rücken und den Rest sichtbar in einem Behälter, Kiste, großem Vorratsglas o. ä. aufzubewahren.

 

Wie mache ich meinen Stand attraktiv und wie gewinne ich Kunden?

Je auffälliger der Stand und die Produkte, desto eher fällt man auf. Man kann beispielsweise bunte Banner aufhängen oder Gegenstände nutzen, die nicht jeder Stand hat, wie z. B. eine auffällige Schneiderpuppe, einen großen Standspiegel, eine Lightbox, eine hübsche Kommode zu Präsentation der Produkte. Es gibt hier, abhängig von Örtlichkeit und eigener Ausrüstung, beinahe endlose Möglichkeiten.

Aber Aussehen alleine tut es bekanntlich nicht. Die klassische Kundenetikette sollte man auch draufhaben. Freundlich, hilfsbereit, kommunikativ. Viele Leute wollen einfach auch nur etwas über die Arbeit erfahren, interessieren sich für das Hobby und den Menschen dahinter, ohne etwas zu kaufen. Dafür sollte man auch offen sein. Man muss nicht jedem auf Teufel komm raus etwas verkaufen.

Hilfreich ist es, sich Freunde, Verwandte und Bekannte als Besucher einzuladen. So hat man in jedem Fall immer ein paar Leute vor dem Stand, mit denen man sich unterhalten kann. So sieht es stets aus, als wäre der Stand gut besucht, das suggeriert gute Produkte und lockt wiederum weitere Kunden an.

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Was, wenn ich nichts verkaufe?

Vor diesem worste case szenario hat jeder Aussteller insgeheim Angst. Natürlich kann man nie genau voraussagen, wie die Produkte ankommen. Aber man kann sich in vorhinein Rat und Feedback aus dem Freundes- und Familienkreis holen, wie die Produkte dort ankommen. Auch ist das A und O Werbung, Werbung, Werbung. Je mehr Leute von der Ausstellung erfahren, desto mehr potientielle Kunden kommen.

Wenn man auf qualitatives Material, sorgfältige Verarbeitung und gute Präsentation achtet, wird man in jedem Fall irgendetwas verkaufen. Denn wenn man sich Mühe gibt, steckt Herz und Seele in den Produkten und das kann der Kunde sehen. Und letzten Endes würde man ja nie etwas herstellen, was man nicht auch selbst schön findet, und es ist dabei dann nicht so abwegig auch den Geschmack eines anderen zu treffen.

Muss ich nach der Ausstellung noch etwas tun?

Wenn die Ausstellung vorbei ist, sollte man Bilanz ziehen für das nächste Mal. Daher ist es sinnvoll, sich vor der Ausstellung ein kleines Inventar aufzustellen und während der Ausstellung aufzuschreiben, wie viel man von welchem Produkt verkauft hat.

So kann man am Ende auswerten, was man beim nächsten Mal wieder mit ins Sortiment aufnimmt und was man weglässt, weil es nicht gut verkauft wurde.

Außerdem gibt es ja vielleicht sogar Bestellungen oder Kundenwünsche, ein bestimmtes Produkt in einer bestimmten Ausführung zu bekommen.

Und wenn man während der Ausstellung Lob oder vor allem Kritik bekommt, kann man diese im Nachhinein versuchen umzusetzen. Vielleicht entstehen daraus sogar neue Produkte.

 

Ich hoffe, diese Erfahrungen und Tipps sind einigermaßen hilfreich und verständlich. Im Endeffekt macht auch die Erfahrung viel aus. Hat man den Startsprung erst einmal hinter sich, wird alles einfacher.

Und ihr so? Habt ihr schon mal bei einer Hobbyausstellung mitgemacht? Was sind eure Erfahrungen und Tipps?

Liebste Grüße,

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{Review} Das große Buch der Wohnstile

Die folgende Buchvorstellung möchte ich jemand widmen, nämlich diesem lieben Mädel, ohne die ich das Buch gar nicht hätte. Auf ihrem Blog gab es nämlich ein Gewinnspiel, bei dem ich mitgemacht habe und ich habe gewonnen! Ich war total überrascht und glücklich weil ich sonst nie etwas gewinne.

Ich kannte das Buch schon und hatte es sogar auf meiner Wunschliste stehen, wie viele andere Bücher vom Callwey-Verlag. Und als ich es dann in den Händen gehalten habe (inklusive einer handgeschriebenen Notiz von der Dame vom Callwey-Verlag), war ich begeistert.

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Das Buch ist sehr schön gestaltet, mit vielen Bildern und wenig Text. Allein der Einband und das Lesebändchen sind total ansprechend.

Wer einen Ratgeber für richtiges und stilvolles Einrichten erwartet, der einem einen Stil diktiert und klare Richtlinien wo welcher Schrank stehen muss und Kaufempfehlungen gibt, wo man die Möbel- und Dekostücke nachkaufen kann, wir hier enttäuscht.

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Das Buch stellt verschiedene Stile vor, mit jeweiligen Elementen, Muster, Farben und Besonderheiten des Stils und zu jedem Stil gibt es ein Wohnungsbeispiel. Das tolle daran ist, das man merkt, wie sorgsam die Autorin Delia Fischer die „Musterwohnungen“ ausgewählt hat, bei einer der Wohnungseigentümerinnen war die Autorin sogar Trauzeugin.

Weiterhin finde ich toll, dass auch ein Mann im Buch vorkommt, der seine Wohnung vorstellt, denn Männer und Einrichtung ist ja keine so gängige Kombination.

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Es werden acht Wohnstile vorgestellt: Boho, Puristisch, Country, Glamour, Girly, Klassisch, Scandi, Exzentrisch. Meine Favoriten sind Girly und Scandi, und noch ein bisschen Boho. Bei jedem Wohnstil-Kapitel gibt es zwei wunderschöne Kollagen-Seiten mit einer Beschreibung des Stils in Bildern. Bestimmte Muster und Formen werden gezeigt, sowie „Must-Haves“, Stilikonen (bei Puristisch z.B. Marlene Dietrich), Modelabels und Hotels, die dem Stil folgen, und Filme.

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Den Film „Marie Antoinette“ der beim Girly-Stil abgebildet ist, habe ich selbst im Regal stehen und „girly“ ist ein perfektes Wort, um den Film zu beschreiben. Man merkt also, dass sehr viele Gedanken und Mühe in dem Buch stecken. Die Autorin zeigt im letzten Kapitel ihre eigene Wohnung, die mehrere Stile zusammenfließen lässt.

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Damit hat das Buch, finde ich, folgende Message: Es gibt keine Anleitung für einen Stil, die man kopieren kann. Der Stil muss von einem Selbst kommen weil er ja irgendwie auch das „Selbst“ widerspiegelt.

Ich kann mir als Chaotin z.B. unmöglich den Stil Puristisch vorstellen, obwohl er mir sehr gut gefällt, aber das wäre dann nicht ich und ich würde mich auch nicht wohlfühlen. Denn darauf kommt es an, dass man sich in seinem Heim wohlfühlt.

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Das Buch ist eine sehr schöne Inspirationsquelle und viele Ideen und Möglichkeiten werde ich sicher in die Einrichtung meiner Wohnung (die ich nach meiner Ausbildung haben werde) einfließen lassen. Oft sind die Tipps und Ideen total simpel und haben trotzdem eine unglaubliche Wirkung, und genau das gefällt mir an dem Buch besonders gut.

Und ihr so? Wie sind eure Wohnungen eingerichtet? Woran orientiert ihr euch bei der Einrichtung?