{Travel} Mein München

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Ja, mich gibt es noch. Es gibt folgende Gründe für meine Untätigkeit, was das posten angeht, sucht euch einfach den aus, der euch am besten gefällt:

Müdigkeit, Arbeitsüberlastung, Freizeitstress, Prüfungsstress, kaputter PC, Einfallslosigkeit und (am wahrscheinlichsten) Prokrastination.

Nun gut. Für diejenigen, die sich eh bloß die Bilder anguggen, geht es HIER los.

Dieses Jahr fiel der Sommerurlaub aus beruflichen Gründen etwas kürzer aus (wird evtl. noch nachgeholt) und darum gab es einen kurzen Städtetrip in mein heißgeliebtes München.

Da ich schon öfter dort war, hab ich mal ein bisschen gegoogelt, was es da noch so gibt außer dem üblichen Reiseführerkram. Aber leider gibt es gar nicht so viele Beiträge im Internet bzw. auf Blogs über Städtereisen nach München. Zumindest keine, die tatsächlich etwas taugen. Außer man will sich durch endlos lange Foren-threads scrollen in denen alle Tipps 5-6-mal vorkommen.

Daher mein Entschluss: ich werde das Internet um einen weiteren herausragenden *hustselbstironiehust* Beitrag über München bereichern. You’re welcome, humanity.

Ok, wieder ernst. Also ich hab mal meine 10 Liebsten Dinge aufgelistet, die ich in München tue, anschaue, unternehme und anstelle. Natürlich sind auch ein paar dabei, bei denen sich München-Kenner an den Kopf langen (wie wir in Baden sagen) und denken ‚Wow, wie individuell‘. Aber vielleicht entdeckt ja der ein oder andere doch etwas neues.

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  1. Glockenbachviertel

Meiner Meinung nach der schönste Stadtteil Münchens. An einem sonnigen Tag ist es herrlich, vormittags zum Gärtnerplatz zu schlendern und an der Isar entlang zu spazieren. Außerdem entdeckt man tolle Geschäfte, wenn man sich Zeit nimmt und einen Blick in die Seitenstraßen wirft. Es gibt mindestens zwei sehr niedliche Kurzwarengeschäfte (Kurzwarenrausch und Roly Poly) und natürlich das Café Götterspeise. Dort gibt es Riesenmacarons. Mehr muss ich wohl nicht dazu sagen.

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  1. Universität (LMU)

Die Ludwig-Maximilian-Universität am Geschwister-Scholl-Platz hat einen sehr schönen, lichtdurchfluteten Lichthof mit Marmor und voll toller Architektur und so, gleich wenn man reinkommt. Außerdem ist zwischen dem Brunnen und Eingang ein in den Boden eingelassenes Denkmal für die Weiße Rose (ich hoffe ihr habt in Geschichte aufgepasst *Zeigefinger heb*). Und Anschauen koscht ja nix.

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  1. Olympiaturm

Der Olympiaturm allein für sich ist sehenswert. Die Auffahrt kostet ca. 5€ und man hat auf den beiden Aussichtsplattformen einen tollen Ausblick über München. Wenn man etwas Geld übrig hat, kann man auch einen Tisch im Restaurant 181 bestellen (Sunset 3 Gänge Menü ab 18 Uhr, ca. 50 € pro Person) und in sich drehender Schicki-Micki Atmosphäre dinieren. Die Restaurantplattform dreht sich in einer dreivierte Stunde einmal rundherum. Ist zwar etwas teurer, lohnt sich aber definitiv. Nur nicht zu viel Weinschorle trinken, manche Leute vertragen das in Verbindung mit der Drehbewegung nicht (ich rede natürlich NICHT von mir selbst).
Im Preis inbegriffen ist die Auffahrt, das Essen, Zugang zu den Aussichts-Platformen und Eintritt ins Rockmuseum (auch oben auf dem Turm). Und man muss erwähnen, dass das Essen multiple Geschmacksnerven-Orgasmen auslöst.

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  1. Biergarten am Chinesischem Turm

Das ist mein liebster Biergarten in München, weil man ihn toll mit einem Besuch im Englischen Garten verbinden kann. Ich bring mir immer Brezeln mit, weil ich die dort im SB-Restaurant unverschämt teuer finde. Ich kauf dann immer nur ein Paar Weißwürschtle mit süßem Senf und einen Radler oder so und packe dann heimlich meine Brezel aus. Hat sich bisher niemand beschwert.

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  1. Viktualienmarkt

Hier ist es voll, laut und etwas stressig, aber auch farbenfroh, mit vielen Eindrücken, Einblicken und Gerüchen. Frische Blumen, auf denen Bienen herumsummen, frisches Obst, das man direkt aus der Hand isst oder ein saftiges Leberkäsbrötle (wenn sich die unhöfliche Verkäuferin an die Reihenfolge in der Schlange gehalten hätte -.-).

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  1. Residenz

Am Odeonsplatz ein Stückchen die Straße runter ist das Residenzmuseum. Wenn man nicht gerade eine sehr laute, störende spanische Reisegruppe mit Führung dabei hat, ist die Residenz sehr sehenswert. Audioguide gibts zum Eintritt for free dazu.

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  1. Sich durch den Englischen Garten kutschieren lassen

Ja, das geht. Ist zwar auch wieder ein Kostenfaktor (ca. 17 € pro Person für 30 Minuten) aber für gehfaule Menschen (ich rede natürlich auch hier NICHT von mir selbst) genau das richtige. Die Rikscha-Fahrer kennen dann doch ein paar Ecken die man zu Fuß nicht unbedingt anlaufen würde und ihre Erläuterungen im unnachahmlichen bayrischen Dialekt sind unbezahlbar.

  1. Baden im Eisbach

Jawohl. Das macht man. Man hüpft an einer Stelle rein und lässt sich treiben, denn der Eisbach hat eine enorme Fließgeschwindigkeit. Ich hab mich dieses Mal nicht getraut, aber nächstes Mal werde ich das ganz sicher ausprobieren. Aber nur wenns warm ist; der EIS-bach heißt nicht ohne Grund so.

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  1. Shoppen

Kann man entweder vom Marienplatz aus Richtung Stachus die Kaufingerstraße rauf oder, für etwas „seltenere“ Geschäfte und Shops die Sendlinger Straße ab dem Sendlinger Tor Richtung Marienplatz runter (oder auch rauf, wie man mag). Einkaufzentrumsmäßig find ich die Riem Arkaden (U-Bahn Messestadt Ost) ganz gut (und die mich glaub ich auch, weil da hab ich viel Geld gelassen).

  1. Treiben lassen und sehen, was passiert

München ist eine lebendige und vielfältige Stadt. Wenn man mit offenen Augen und open-minded herumläuft, lernt man tolle Leute kennen, macht neue Erfahrungen und erlebt coole Dinge.
Ich wurde schon zwei Mal von Marktforschungstypen für Produkttests angequatscht und hab immer tolle Sachen geschenkt bekommen sowie Produkte zu testen. Und einmal wurden meine Freundin und ich von einem Foto-Blogger angequatscht und für sein Blog fotografiert.

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Zuletzt noch meine liebsten Restaurants:

Nona’s (früher in Schwabing, heute irgendwo außerhalb mit komischen Öffnungszeiten, sehr schade)

Hier gibt/gab es Kuchen und Gebäck in rosafarbener Atmosphäre mit Romantik-Metall-Schnörkeltischen, Bonboniere-Gläsern und einer Weiß-Beschürzten Tante Emma.

Garbo (italienisch, in Schwabing)

YinShi (chinesisch, in Schwabing)

Zum Spöckmeier (bayrisch, am Marienplatz)

Bella Italia (italienisch, im Asamhof in der Sendlinger Straße)
Hier gibt es über Mittag alle Nudelgerichte für 6,90€. Spagetti mit Meeresfrüchten in Tomatensoße. Mjam.

König Ludwig an der Messe (deutsch/bayrisch, Riem Arkaden)
Ist etwas außerhalb, aber unser Hotel war direkt nebendran. Parken könnte man im Einkaufszentrum.

Und Ihr so? Wart ihr schonmal in München? Habt ihr auch Lieblingsorte?

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{Travel} Prag

Habt ihr schon mal eine Busreise gemacht? Viele mögen das ja nicht, den ganzen Tag im Bus hocken, man kann nicht Pipi machen, wann man will und ist eh total gebunden an den straffen Zeitplan und überhaupt.

Nun ja. Für Menschen, die sich gerne für alles viel, viel Zeit lassen, ihre Schwingen ausbreiten und allein in den einsamen Sonnenuntergang fliegen wollen, ist eine Busreise tatsächlich nix. Aber junge Leute sind ja flexibel, nech?

Ich habe diesen Januar an meiner zweiten Busreise teilgenommen und habe mir dafür drei Faustregeln aufgestellt.

  1. Hat der Bus eine Toilette?
  2. Geht die Busreise mindestens 3 Tage?
  3. Hat der Bus WIRKLICH eine Toilette?

Wenn alle drei Punkte mit Ja beantwortet werden können, ist alles gut. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Tagesfahrten oder 2-tägige Reisen meistens STRESS STRESS STRESS bedeuten. Wenn man drei Tage hat, ist es entspannter und man hetzt nicht von einem Programmpunkt zum anderen.

#beitrag8 - KopieAber jetzt zum Thema. Busreise nach Prag.

Auf der Hinfahrt haben wir einen Zwischenstopp in der etwas kleineren Stadt Pilsen gemacht, bekannt durch die Biermarke „Pilsner Urquell“. Teil des Zwischenstopps war eine Brauereiführung mit anschließendem Mittagessen.

1#beitrag1 Das Brauereigelände ist sehr groß und extra für Besucher neu angelegt worden. Man kann einen Teil der Brauerei alleine besichtigen, für den interessanten Teil muss man jedoch eine Führung buchen. Die Führung geht durch die alte und neue Brauerei, es werden die Schritte des Brauvorganges erläutert und zum Schluss kommt das Beste: Probieren geht über Studieren. Jeder darf einen Becher Bier als Versucherle mitnehmen.

Nach dem Mittagessen gings weiter nach Prag. Wenn man den Namen „Prag“ hört, denkt man an die goldene Stadt der 100 Türme und die prunkvolle Altstadt, angesiedelt an den Ufern der Moldau. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Tschechien ist generell ein eher unglamouröses, schmutziges und armes Land, und so sind auch die Außenbezirke von Prag eher schäbig; dominierend sind hier Einkaufsmeilen mit bekannten Namen wie Tesco, Globus, Aldi, IKEA und Bauhaus. Viele dieser Großmärkte haben sogar einen Drive-in Schalter.

2#beitrag4Der Mittelring der Stadt Prag besteht aus leerstehenden, alten Gebäuden, die reichen Prager Bürgern gehören und als Miethäuser gedacht waren, jedoch durch unkontrollierte Zuwendungen bis heute leer stehen.

3#beitrag7Unsere Stadtführung begann am Wenzelplatz vor dem Nationalmuseum (bis 2016 geschlossen). Zunächst läuft man den langen Platz entlang zur Schwelle zur Altstadt, vorbei an den bekannten Modegeschäften, die es in jeder Shoppingmeile gibt. Es gibt jedoch auch sehr viele kleine Passagen, mit wunderschönen, bunten Fenstern und sehenswerten, alten Geschäften oder Kinos.

3.1#beitrag5

Die Prager Altstadt ist in vier Bezirke unterteilt, die in früheren Zeiten eigenständig und getrennt voneinander waren. Der Name „Stadt der hundert Türme“ ist nicht unberechtigt, es gibt tatsächlich rund 500 (Kirch-)türme. Grund dafür ist die frühere Trennung der Altstadtviertel; in jedem Viertel wurden unabhängig voneinander Kirchen gebaut, so gibt es heute beispielsweisere mehrere Nikolaikirchen. Am Turm des Prager Rathauses gibt es zu jeder vollen Stunde ein niedliches Glockenspiel, welches zu der prunkvollen Aposteluhr gehört.

4#beitrag9Die Stadt hat eine Art mystischen Charme; umrankt von vielen Legenden, religiösen Sagen und Mythen fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Es gibt zahlreiche Angebote für Führungen und Touren. Die spannendste davon ist, finde ich, die Führung durch die unterirdische Stadt. Jawohl, unterirdisch. Die Stadt wurde im Laufe der Zeit aufeinander-aufgebaut, eine Stadt-Schicht über die andere.

Die Legenden reichen von Sagen über Rabbiner und Golems, Königsintrigen, die dunkle Zeit der Pest und Geschichten über die Schauplätze der Studentenbewegung und des Prager Frühlings.

Meine liebste Legende ist die des Ständetheaters. Dort fand 1787 die Uraufführung der Mozart-Oper „Don Giovanni“ statt. Man sagt, dass der Autor des Stückes und die Hauptdarstellerin ein Techtelmechtel hatten, und daher weder Zeit zum Proben noch zum Schreiben blieb. Die Operndarstellerin bekam jedoch Angst um ihre Karriere und schloss den liebeshungrigen Autor in ein Dachkämmerchen ein, mit der Drohung, ihn nicht eher herauszulassen, als er das Stück fertig geschrieben hätte. Somit wurde das Stück ohne Generalprobe aufgeführt und die Tinte auf den Blättern sei bei der Uraufführung noch nicht trocken gewesen.

Wenn die Sonne hinter den Wolken hervorkommt, erstrahlen die 6#beitrag10Sandsteintürme und prunkvollen Fassaden tatsächlich in einem goldenen Licht und Prag macht sich den Namen „goldene Stadt“ doch noch verdient.

8#beitrag2Etwas außerhalb liegt die Prager Burg, mit traditionellen Wachen (der Wachen-Wechsel ist sehr sehenswert, er findet zu jeder vollen Stunde statt) und einer ausladenden Kathedrale. Mehrere Epochen und Baustile fließen hier zusammen, ich fand es fast schon amüsant, ein Rundbogenfenster in einem gotischen Spitzturm zu sehen. Bernini würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

 

Hier noch ein paar Tipps für die Reise nach Prag:

  • Geld: Die Währung in Tschechien sind Kronen (CZK). Ein Euro entspricht 27 CZK. Beim Wechseln in den Wechselstuben gut aufpassen! Oft kommen noch Provisions- oder Kommissionsgebühren dazu. Am besten im voraus bei der Bank Geld wechseln. Viele Shops und Restaurants akzeptieren sogar Euro, geben dann aber nur tschechisches Wechselgeld.
  • Taxis: Nur die gelben Taxis mit den drei schwarzen A drauf nehmen, die sind am zuverlässigsten und Preissichersten. Den Preis immer vor der Fahrt vereinbaren.
  • Anreise mit dem Zug: Der Prager Bahnhof ist nicht nur schön und modern, sondern hat auch Anbindungen an deutsche und europäische Großstädte.7#beitrag6
  • Altstadt: Es gibt viele kleine Gässchen mit versteckten Geschäften, Cafés, Restaurants, Museen und den typischen Schwarzlichttheatern. Ein Blick in die schmalen Gässchen lohnt sich und man kommt günstiger weg als direkt am Rathausplatz. Wir haben zum Beispiel eine Art Schokoladenmuseum entdeckt mit der weltbesten heißen Schokolade.
  • Mitbringsel: Typisch für Tschechien sind Marionetten, böhmisches Kristallglas, runde Waffeln und Absinth. Der klassischen Absinth mit 80 und mehr % Alkoholgehalt, der Delirium und Rauschähnlichen Zustand verursacht, ist nicht mehr frei verkäuflich. Alkohol- und Tabakwarengeschäfte gibt es in der Alt- sowie Neustadt.
  • Hotels: Durch die Lage an der Moldau gibt es viele „Botels“, also ein Hotel auf einem Schiff. Die Preise dieser besonderen Hotels sind nicht mal besonders hoch; wir waren auf einem sehr schönen Botel zu Abend essen, dort kostet in der Hauptsaison ein Doppelzimmer pro Person ca. 45 €.
  • Abendprogramm: Über Clubs und Discos kann ich leider nicht viel sagen, da das nicht auf dem Plan stand. Aber am Ufer der Moldau gibt es viele Angebote von kleineren Schiffen oder Booten, die ein Abendessen mit Rundfahrt auf der Moldau anbieten (bei uns lag der Preis pro Person bei 25 €, inkl. Buffet und ein Getränk). Besonders spannend wird so eine Bootsfahrt, wenn man durch eine der vielen Schleusen fährt und beobachtet wie sich die Tore öffnen und schließen und das Wasser sinkt oder steigt.

Ich fand die Reise nach Prag sehr schön und durch die Vorab-Planung des Busunternehmens und die tolle Reiseleitung haben wir alles Wichtige gesehen und mitbekommen. In drei Tagen bleibt allerdings leider keine Zeit für eigene Erkundungstouren oder Museen-Besuche. Aber ich habe jetzt eine solide Grundlage, kenne mich etwas aus und weiß worauf ich achten muss. Alles spricht für eine weiter Reise nach Prag auf eigene Faust :)